Das Projekt

Bürger*innen-Cafe

Bürger*innen-Cafe

Das Bürger*innen-Café ist der nächste Schritt nach einem Bürger*innen-Rat. Alle werden eingeladen, die das besprochene Thema betrifft, z. B. alle, die in einer bestimmten Nachbarschaft leben oder alle Bürger*innen einer Gemeinde. Zusätzlich werden Expert*innen für das jeweilige Thema und Entscheidungsträger*innen aus Politik und Verwaltung eingeladen, um das Thema an den richtigen Stellen bekannt zu machen. Die zentralen Ergebnisse des Bürger*innen-Rates werden von den Bürger*innen-Räten selbst vorgestellt. Diese werden dann in entspannter Atmosphäre diskutiert und weiterentwickelt. Man sitzt oder steht dabei um Tische und wechselt nach einiger Zeit den Tisch und damit auch die Tischpartner*innen. So kommt man mit vielen Personen ins Gespräch und neue Ideen können entstehen. Diese Ideen werden an jedem Tisch schriftlich festgehalten. Beim Forschungsprojekt GeSo Orth fließen die Überlegungen aus dem Bürger*innen-Café in das Konzept für das geplante Gesundheits- und Gemeinwesenzentrum mit ein.

Treffen der Forschungsgruppe GeSo

Treffen der Forschungsgruppe GeSo

 

 

Auch zu späten Stunden setzen wir Studis uns mit dem Projektleiter zusammen um am Forschungsprojekt weiterzuarbeiten. Nach einem langen Tag an der Fachhochschule, gab es am Abend eine kleine Besprechung um up to date zu bleiben und die nächsten Schritte zu planen.

Wir bereiteten weiter die Reise nach London vor, an der drei Studentinnen der Forschungsgruppe als auch die Projektleitung teilnehmen werden. Geplant ist ein Besuch in einem Gemeinwesenzentrum in London. Das Gemeinwesenzentrum in London ist nur eines von vielen Best Pracitice Modellen die wir uns ansehen bzw. angesehen haben.

Zum anderen gab es auch noch viele inhaltliche Themen für das Projekt, zum Beispiel wurde die Masterarbeit besprochen. Immer wieder evaluieren wir bei unseren gemeinsamen Treffen auch den aktuellen Projektplan.

Ein großes Thema war die Planung der nächsten Termine welche wir im Feld, Orth an der Donau, verbringen werden. Da vor einigen Wochen bereits der Bürger*innen-Rat stattgefunden hat wird in Kürze, ein Bürger*innen-Cafe folgen. Die Ergebnisse des Bürger*innen-Rates werden innerhalb des Bürger*innen-Cafes der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Nähere Informationen zum Bürger*innen-Cafe werden bald auf unserem Blog oder via Facebook bekannt gegeben!

Methodenvorstellung: Dragon Dreaming – oder eine Geschichte von Träumen und tanzenden Drachen.

Masterarbeit – Auftragsforschung – 4 Semester Zeit – 7 Studierende – 2 Professor*innen – 1 Gemeinde – Ansprüche – Ziele – Ängste – unterschiedliche Arbeitsweisen … Herrje! Wie soll denn daraus ein erfolgreiches Projekt entstehen?

Die Methode „Dragon Dreaming“ (Übersetzt „Drachen träumen“) wurde von John Croft und Vivienne H. Elanta an der Gaia Foundaition in Australien entwickelt. John Croft hatte bereits viel Erfahrung in Projekt- und Organisationsmanagement, als er begann, sich mit verschiedenen Formen der gemeinschaftsorientierten Prozessgestaltung zu beschäftigen.

„Dragon Dreaming ist von Einsichten der Chaos- und Komplexitätstheorie, der Systemtheorie und uralten Weisheiten der Aborigines inspiriert. Die Anwendung will Aspekte wieder verbinden, die kulturgeschichtlich getrennt wurden: Unsere linke und rechte Gehirnhälfte, Logik und Intuition, das Individuum und die Umwelt, das Denken und Tun, Arbeit und Spiel. Dragon Dreaming setzt auf Kooperation und die Kraft der Gemeinschaft.“ (DragonDreaming, 2017)

Jeder Mensch hat seinen Drachen. Sie lauern außerhalb der sogenannten „Komfortzone“ in den angsteinflößenden, herausfordernden „Gefahrenzonen“, und wir haben meist gute Mittel und Wege gefunden sie nicht zu wecken. Sprich, wir tun Dinge bei denen wir uns sicher fühlen, die wir gelernt haben, die wir steuern können.

Sich neuen Herausforderungen zu stellen bedeutet jedoch auch, sich von alten (Denk-) Mustern zu verabschieden, um neue Ideen und Träume wahr werden lassen zu können. Wir müssen lernen „mit dem Drachen zu tanzen“ (vgl. Bosch 2017).

Wie man das macht? Mit einem Projekt!

„Ein Projekt ist eine Möglichkeit, die du vorwärts (pro) in die Zukunft wirfst (jekt) – und dann handelst du um diese Möglichkeit zu erreichen. Bei jedem Schritt den du machst, gehst du sicher, dass du auf dem Weg bist, und korrigierst wohin du gehst. Einige Projekte sind wirklich groß und kompliziert. Andere sind klein. Jeder Tag deines Lebens kann ein Projekt sein. Jedes Projekt hat das gleiche Muster.“ (Bosch 2017)

 

Das Projektrad:

(Quelle: Koglin et al 2017: 11)

 

Im Dragon Dreaming werden vier Phasen eines Projektes innerhalb eines „Projektrads“ beschrieben. Träumen – Planen – Handeln – Feiern.

Alle vier Quadranten sind wichtig, um ein Dragon Dreaming Projekt nachhaltig zu verankern.

 

Wir begannen also mit dem Träumen als uns Frau Prof. Moser die Frage stellte: „Wie müsste das Projekt beschaffen sein, damit Du hinterher sagen kannst – besser hätte ich meine Zeit nicht verbringen können?“

Die vorherrschende Motivation gleich nutzend, geht man über in das Planen.

Hier gilt es Ziele zu setzen. „Ein Ziel ist definiert als begrenzte, erreichbare, zukünftige Bedingung, die handlungsorientiert ist.“ (DragonDreaming 2017)

Die Frage „Welches Teilziel würde helfen alle Zielvereinbarungen und 100% unserer Träume zu verwirklichen?“ hilft dabei Oberziele zu finden.

Ohne das Handeln wäre das Dragon Dreaming nichts als eine nette Theorie.

In unserem Fall gilt es, den Projektplan zu füllen, voranzuschreiten, Schritte zu korrigieren, Chaos kreativ nutzen zu lernen und vor allem: in all dem Auf und Ab zusammenzuhalten. Gelingt es der Gruppe hier „mit dem Drachen zu tanzen“, Stärken und Schwächen des anderen zu akzeptieren und nutzen zu lernen, kann laut Dragon Dreaming Konzept eine Stille entstehen die uns einen Schritt näher an die Urteilslosigkeit bringt (vgl. Koglin 2017: 24f.).

Doch: „Es ist die Bedeutung des Feierns, die das Dragon Dreaming von vielen anderen Projektmanagement Werkzeugen unterscheidet. Hier ist Feiern nicht eine Aufgabe des lauten Extrovertierten, sondern eher Teil von Besinnung, Dankbarkeit und Anerkennung.“ (Koglin et al 2017:26)

In diesem Sinne sind wir gespannt welche Wege unser Projekt noch nehmen wird und freuen uns bereits jetzt auf die erfolgreiche Projektpräsentation im Sommer 2018.

 

 

 

Quellen:

Bosch, Manuela (2017): Das Geheimnis von DragonDreaming – Eine Kindergeschichte.http://www.dragondreaming.org/de/das-geheimnis-von-dragon-dreaming-eine-kindergeschichte/ (Zugriff: 7.10.17)

DragonDreaming (2017): Wie ist es entstanden? http://www.dragondreaming.org/de/wie-ist-es-entstanden/(Zugriff: 7.10.17)

Koglin, Ilona / Blanke, Catriona / Croft, John / Dasi, Mandakini (2017): Dragon Dreamining, Projektdesign.http://www.dragondreaming.org/dragondreaming/the-international-e-book/ (Zugriff: 7.10.2017)

 

Bürger*innen-Rat: Orther*innen beteiligen sich an der Planung ihres Gemeinwesenzentrums

Bürger*innen-Rat: Orther*innen beteiligen sich an der Planung ihres Gemeinwesenzentrums

Damit das GeSo Orth den Wünschen und Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung möglichst gerecht wird, werden die Bürger*innen bereits in den Planungsprozess des Gemeinwesen- und Gesundheitszentrums eingebunden. Neun engagierte, zufällig ausgewählte Orther*innen fanden sich deshalb am Samstag, dem 23. September 2017, im Saal des örtlichen Gemeindeamts ein, um am Bürger*innen-Rat zu diesem Vorhaben teilzunehmen.


Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Johann Mayer und den Leiter des Arbeitskreises Ärztezentrum, Gemeinderat Markus Bauer, bekamen die Teilnehmer*innen eine kurze Einführung in das Forschungsprojekt GeSo Orth durch das Team der FH St. Pölten. Unter der Moderation von FH-Prof.in Michaela Moser und Dr.in Veronika Wolschlager wurden schließlich bis in die Abendstunden Ideen gesammelt und durchaus kontrovers diskutiert. Eine besondere Herausforderung beim Bürger*innen-Rat bestand darin, offen zu denken und sich nicht selbst zu zensurieren. Welche Angebote ein lokales Gemeinwesenzentrum beinhalten sollte, war ebenso Thema, wie dieMöglichkeiten der Orther Bevölkerung, sich langfristig am Betrieb einer derartigen Einrichtung zu beteiligen.

 

Die wichtigsten Ergebnisse des Bürger*innen-Rates werden am 18. November im Schloss Orth präsentiert und dort im Rahmen eines Bürger*innen-Cafés öffentlich zur Debatte gestellt.

Bürger*innen-Rat

Bürger*innen-Rat

 

 

Der Bürger*innen-Rat ist eine Methode, um Menschen rasch und einfach mitreden und mitgestalten zu lassen. Inhaltlich beschäftigen sich die Bürger*innen-Räte mit der Entwicklung in der Nachbarschaft, der Gemeinde oder der Region. Die Themen können sehr vielfältig sein und reichen von generellen Visionen für die Zukunft bis zu konkreten Fragestellungen. Es kann z. B. darum gehen, wie der neue Ortskern gestaltet wird oder welche Angebote es in einem Gemeinwesenzentrum geben soll.

Nach dem Zufallsprinzip werden zwölf bis 15 Bürger*innen eines Ortes oder einer Region ausgewählt, die an einem bis eineinhalb Tagen miteinander arbeiten. Das Prinzip der Zufallsauswahl sorgt dafür, dass es sich bei den Teilnehmer*innen um „normale“ Leute handelt. Sie müssen über keine speziellen Vorkenntnisse oder Qualifikationen verfügen. Dadurch wird sichergestellt, dass Themen und Anliegen besprochen werden, die viele Menschen in der Gemeinde oder in der Region bewegen. Zu den ausgewählten Themen werden dann Thesen, Sichtweisen, Lösungsideen und Empfehlungen diskutiert und ein gemeinsame Abschlusserklärung formuliert.

Die Ergebnisse des Bürger*innen-Rates werden der interessierten Öffentlichkeit später in einer eigenen Veranstaltungpräsentiert: dem Bürger*innen-Cafe.

Projektumweltanalyse

Projektumweltanalyse

Die Projektumweltanalyse ist ein Werkzeug aus dem Projektmanagement. Das vorrangige Ziel der Projektumweltanalyse ist es, für das Projekt relevanten Akteure zu identifizieren. Gerade weil es sich bei diesem Projekt um die Konzeptierung einer Einrichtung für die in Orth an der Donau ansässige Bevölkerung handelt, muss diesem Teil der Forschung große Beachtung geschenkt werden.

 

In unserem Fall stellten wir uns die Fragen:

  • Welche Strukturen, Organisationen, Vereine, etc. gibt es in Orth an der Donau und in der näheren Umgebung?
  • Wer könnte an einem Gemeinwesenzentrum mit integrierter Primärversorgung noch interessiert sein oder betroffen sein?

 

Unsere Informationen erhielten wir durch Internetrecherche, Gespräche mit dem Arbeitskreis, Sozialraumbegehung und gezieltes Nachfragen bei Organisationen und der Bevölkerung.

Die Ergebnisse wurden online in einer Mindmap erfasst, die unter folgendem Link eingesehen werden kann: https://www.mindmeister.com/de/852359709?t=WQk0eByP5n#