Autor: redaktion

Social Work Science Day 2018

Social Work Science Day 2018

Der Social Work Science Day 2018 an der FH St. Pölten widmete sich am 15. Mai unter dem Titel „Selbstbefähigung, Vernetzung, Erwachsenenschutz“ Aspekten der Sozialen Arbeit mit alten Menschen und deren Angehörigen. Neben interessanten Vorträgen und Inputs von namenhaften Wissenschaftler*innen wie z.B. dem Soziologen und Altersforscher Franz Kolland konnten die Studierenden auch ihre nun endlich vollendeten Masterarbeiten vorstellen. Die Forschungsgruppe “GeSo Orth” veranstaltete außerdem einen Workshop zum Thema “Konzeptentwicklung eines Gesundheits- und Gemeinwesenzentrums – ein Forschungsparcours” in dem der Forschungsprozess in Orth an der Donau und die daraus resultierenden Konzepte dem Fachpublikum dargestellt wurden.

 

Bericht zum Social Work Science Day 2018

Was ist Gemeinwesenarbeit?

Was ist Gemeinwesenarbeit?

Die Gemeinwesenarbeit ist ein Konzept der Sozialen Arbeit, das die Lebenszusammenhänge von Menschen möglichst ganzheitlich und zielgruppenübergreifend in den Blick nimmt. Ziel ist es, mit den Betroffenen ihre materiellen, infrastrukturellen und immateriellen Lebensbedingungen zu verbessern. Dabei werden individuelle und strukturelle Aspekte mit Bezug auf den jeweiligen Sozialraum bearbeitet. Sie fördert die Handlungsfähigkeit und die Selbstorganisation der Betroffenen sowie den Aufbau von bereichsübergreifenden Netzwerken und Strukturen zur Zusammenarbeit (vgl. Lüttringhaus 2011:278-280; Stövesand / Stoik 2013:21).

 

 

Quellen:

Lüttringhaus, Maria (2011): Zusammenfassender Überblick: Leitstandards der Gemeinwesenarbeit. In: Hinte, Wolfgang / Lüttringhaus, Maria / Oelschlägel, Dieter: Grundlagen und Standards der Gemeinwesenarbeit. Ein Reader zu Entwicklungslinien und Perspektiven. Weinheim / München: Juventa Verlag, 277–281.

Stövesand, Sabine / Stoik, Christopher (2013): Gemeinwesenarbeit als Konzept Sozialer Arbeit – eine Einleitung. In: Stövesand, Sabine / Stoik, Christopher / Troxler, Ueli (Hg.): Handbuch Gemeinwesenarbeit. Traditionen und Positionen, Konzepte und Methoden. Deutschland – Schweiz – Österreich. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich, 14–36.

Soziale Arbeit international

Soziale Arbeit international

Die Soziale Arbeit ist eine Profession, die nicht nur im deutschsprachigen Raum ausgeübt wird, sie ist weltweit aktiv und vertreten. Jedes Land hat unterschiedliche Bedürfnisse und soziale Missstände, daher ist ein Austausch, für die Soziale Arbeit, nicht nur auf lokaler Ebene von großer Bedeutung, sondern auch auf internationaler Ebene. Der IFSW – International Federation of Social Workers ist eine globale Vereinigung der Sozialen Arbeit als Profession und der ausübenden Sozialarbeiter*innen. Sie vertreten 126 Mitgliedsstaaten weltweit. „Gemeinsam treten sie für soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und soziale Weiterentwicklung ein, indem sie der Profession ‚Soziale Arbeit‘ auf internationaler Ebene eine Stimme geben.“ (DBSH o.A.a)

Des Weiteren wurde im Juli 2014 bei der Generalversammlung des IFSW die Global Definition of Social Work verabschiedet. Die unter anderem zum Ziel hat, Soziale Arbeit global zu definieren und internationale (ethische und professionelle) Standards festzulegen.

So lautet die deutsche Übersetzung der internationalen Defintion wie folgt:

„Soziale Arbeit ist eine praxisorientierte Profession und eine wissenschaftliche Disziplin, dessen bzw. deren Ziel die Forderung des sozialen Wandels, der sozialen Entwicklung und des sozialen Zusammenhalts sowie die Stärkung und Befreiung der Menschen ist. Die Prinzipien der sozialen Gerechtigkeit, die Menschenrechte, gemeinsame Verantwortung und die Achtung der Vielfalt bilden die Grundlagen der Sozialen Arbeit. Gestützt auf Theorien zur Sozialen Arbeit, auf Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften und indigenem Wissen, werden bei der Sozialen Arbeit Menschen und Strukturen eingebunden, um existenzielle Herausforderungen zu bewältigen und das Wohlergehen zu verbessern.“ (DBSH o.A.b:1)

 

Mehr Infos unter:

IFSW

OBDS – Österreichischer Berufsverband der Sozialen Arbeit

 

 

Quellen:

DBSH – Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (o.A.b): IFSW.
https://www.dbsh.de/der-dbsh/dachverbaende/ifsw.html [29.04.2018].

DBSH – Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (o.A.b): Übersetzung der Global
Definition of Social Work. https://www.dbsh.de/fileadmin/downloads/%C3%9Cbersetzung_
der_Definiton_Sozialer_Arbeit_deutsch.pdf [29.04.2018].

Einladung Social Work Science Day 2018

Einladung Social Work Science Day 2018

Am 15.05.2018 findet an der Fachhochschule St. Pölten der Social Work Science Day statt. Dieses Jahr dreht sich alles um das Thema “Selbstbefähigung ↔ Vernetzung ↔ Erwachsenenschutz. Soziale Arbeit mit alten Menschen und deren Angehörigen” Auch die Studierenden des Projekts Geso Orth werden ihre Forschungen einem vielfältigem Fachpublikum vorstellen und einen Workshop zum Thema anbieten. Nähere Informationen zum Programm und z ur Anmeldung finden Sie unter Social Work Science Day 2018 

Letztes (offizielles) Forschungslabor

Letztes (offizielles) Forschungslabor

Am 13.04.2018 fand, an der Fachhochschule St.Pölten, das letzte offizielle Forschungslabor statt. Da sich die Masterarbeit nun im finalen Stadium befindet, gab es noch vieles, in Bezug auf den Feinschliff der Arbeit und die zeitnahe Abgabe, zu besprechen. Im Fokus stand auch der bevorstehende Social Work Science Day, bei dem wir mit  unserem Forschungsprojekt „Entwicklung eines Gemeinwesenzentrums mit integrierter Gesundheitsversorgung“ vor Ort sein werden. Schlussendlich nutzten wir in einem angenehmen Ambiente nochmal die Zeit, um Gedanken und Ideen für mögliche Nachfolgeprojekte und die mögliche Zukunft des Forschungsprojektes zu sammeln.

E-health und Telemedizin im Geso Orth?

E-health und Telemedizin im Geso Orth?

 

E-health steht für Electronic Health und ist der Sammelbegriff für den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen, die zur Vorbeugung, Diagnose, Behandlung, Überwachung und Verwaltung dienen können. Es umfasst Informationen und Datenaustausch zwischen Patient*innen und Gesundheitsdiensten, Krankenhäusern, Beschäftigten im Gesundheitsbereich sowie Informationsnetzen zum Thema Gesundheit. (vgl. Europäische Kommission 2016) Telemedizin, als Teil von E-health, ermöglicht durch den Einsatz von technischen Elementen, die Aufhebung von räumlicher und teilweise auch zeitlicher Distanz zwischen denen an der Behandlung Beteiligten (vgl. Pelleter 2013:37 zit. in Schöne 2006:159-167). Das Konzept Telemedizin ist nicht nur auf die Kommunikation zwischen Ärzt*innen, Therapeut*innen, etc. und den Patient*innen beschränkt, sondern beinhaltet auch Datenübertragungen die dann maschinell ausgewertet werden können (vgl. ebd.:37). Die Kommunikation kann via Text, Ton, Bild oder auch Video erfolgen (vgl. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen 2016).

Im Gesundheitssystem begegnet uns die Forderung der gleichbleibenden Behandlungsqualität bei steigendem Kostendruck. Es mangelt an Fachkräften, bei gleichzeitig steigenden Patient*innenzahlen. Informationstechnologien sind leicht verfügbar und sehr einfach anwendbar. Beispielsweise trägt nahezu Jede*r von uns ein Smartphone mit sich, welches vielseitig eingesetzt werden kann. Gleichzeitig sind diese Technologien immer kostengünstiger verfügbar und werden problemlos in Alltagsgegenstände integriert (vgl. Doppler 2017). Telemedizinischen Dienste zwischen Gesundheitsdienstanbieter*innen und den Patient*innen führen dazu, dass Spitzenexpertise überall verfügbar gemacht wird, auch zu Nacht- und Randzeiten. Die vorhandenen Ressourcen werden somit effizienter eingesetzt, da Vorhaltekosten für die Bereitstellung der erforderlichen Kapazitäten minimiert werden. Außerdem werden die Belastungen für die Patient*innen minimiert, dass diese weniger oft weite Wege auf sich nehmen müssen. Damit bietet Telemedizin eine großartige Chance bei der Umsetzung des Gesundheits-Zielsteuerungsgesetzes (vgl. Bundesministerium für Gesundheit und Frauen 2016).

 

 

Quellen:

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (2016): Telemedizin. https://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit/E_Health_Elga/Telemedizin/ [05.11.2017].

Doppler, Jakob (2017): Interprofessionalität gestützt durch Digitalisierung – Visionen der Zukunft. Vortrag am Symposium Interprofessionalität in der Primärversorgung, St. Pölten am 20.9.2017.

Europäische Kommission (2016): eGesundheit. ec.europa.eu [05.11.2017].

Pelleter, Jörg (2013): Grundlagen der Telemedizin. In: Teledmedizin. Wege zum Erfolg. Stuttgart: W. Kohlhammer, 36–65.

Schöne, Klaus (2006): Telemonitoring als Standard bei der Therapie mit implantierbaren Herzschrittmachern und Defibrillatoren – Juristische Aspekte der Aufklärung. In: W. Niederlag et al. (Hrsg.) Rechtliche Aspekte der Telemedizin, Dresden, S. 159-167

Kommunikative Validierung

Kommunikative Validierung

Die kommunikative Validierung ist eine Methode um sich der Gültigkeit der Interpretationen von qualitativ erhobene Daten zu vergewissern (vgl. Klüver 1979:69). Das bedeutet, Forscher*innen und Interviewpartner*innen versuchen gemeinsam die entstandenen Interpretationen des Forschungsteams zu evaluieren und diese von Missverständnissen oder Fehlinterpretationen zu befreien (vgl. Hahn 2016: 67).

 

Auch wir, die Forschungsgruppe des GeSo Orth, sind dieser Methode nachgegangen. Es wurden Auftraggeber*innen, Interviewpartner*innen als auch Stakeholder*innen zu einer kommunikativen Validierung eingeladen. Ihnen haben wir, die Studierenden, die bereits entstandenen Konzeptvorschläge präsentiert.

Anschließend konnten die Teilnehmer*innen innerhalb eines Gallery Walk Stärken, Bedenken, fehlendes und offene Fragen an das jeweilige Konzept zurückgeben. Zusätzlich wurden Kleingruppen gebildet, welche sich mit vier allgemeine Fragen beschäftigten.

 

Fragen wie „Was wäre schön, ist aber kein Muss?“ oder „Was darf auf keinen Fall fehlen?“ wurden bearbeitet. Anhand der konstruktiven Kritik und dem Feedback aller Teilnehmer*innen werden nun die vorhandenen Konzeptvorschläge evaluiert und bei Bedarf fehlendes eingearbeitet.

 

Herzlichen Dank an alle Teilnehmer*innen für die aktive Mitarbeit und das Interesse!

Was Soziale Arbeit bedeutet

Was Soziale Arbeit bedeutet

Häufig wird man als Sozialarbeiter*in gefragt: “Was tust du bzw. was hast du da genau studiert?“ Was kann Soziale Arbeit, was machen Sozialarbeiter*innen?

Das Studium der Sozialen Arbeit verfügt über ein differenziertes, vielfältiges und umfassendes Repertoire an Ausbildungsschwerpunkten. Zum einen werden rechtliche, medizinische, sozialpolitische und sozialwissenschaftliche Grundlagen gelehrt, aber auch Methoden wie Gesprächstechniken, die Anwendung sozialer Diagnoseinstrumente, Krisenintervention etc. Das spezifische dieser Ausbildung liegt darin, ein allgemeines Verständnis gesellschaftlicher Prozesse zu erlangen. Sowohl auf der Ebene der Lebenswelten von Menschen, aber auch im Sinne gesellschaftspolitischer Zusammenhänge. Diese umfassende Bildung bildet auch die Kernkompetenz unserer Profession. Sozialarbeiter*innen zeichnet ein umfassendes, sogenanntes Verweisungswissen oder auch professionelle Vernetzungstätigkeit aus. Vielfach fehlt der Austausch zwischen Professionist*innen, aber auch in der Zusammenarbeit mit Menschen wird häufig Übersetzungsleistung benötigt. Komplexe und verwirrende Situationen benötigen häufig die Kompetenz einer professionellen, partizipativen Bearbeitung. Die Differenziertheit unserer Ausbildung ermöglicht umfassende Einsatzmöglichkeiten, wenn gleich sich viele von uns in ihren Berufsfeldern weiter spezialisieren. Das bedeutet Sozialarbeiter*innen vernetzen wo spezialisierten Berufsfeldern wie Medizin, Recht, Pflege, Ämtern etc. die notwendigen Ressourcen und Kompetenzen fehlen. Dabei geht es darum mit Menschen die an Grenzen stoßen zusammen zu arbeiten und ihnen egal ob im beruflichen oder privaten Kontext weiter zu helfen, sie zu begleiten und unterstützen.

Forschungswerkstatt

Forschungswerkstatt

Vom 27.02.-01.03.2018 verbrachten wir gemeinsam drei Tage in der Forschungswerkstatt. Da die finale Phase beginnt, widmeten wir uns den gemeinsamen Fragen an die Masterarbeit und den organisatorischen Hintergründen. Jede*r konnte seine momentanen Verschriftlichungen mitbringen und gemeinsam arbeiteten wir weiter an den Inhalten und der Ordnung der Masterthesis.

Thema war auch die Vorbereitung der Kommunikativen Validierung welche unter dem Titel „Ergebnispräsentation und Diskussion“ lief. Alle Konzepte wurden noch überarbeitet und vorbereitet um sie den interessierten Professionen zu präsentieren.