Autor: florian

Projektabschluss beim Orther Gemeinderat

Projektabschluss beim Orther Gemeinderat

Nach zwei Jahren intensiver Forschungstägigkeit stellte der 20.06.2018 den vorläufig abschließenden Termin des Projekts GeSo Orth an der Donau dar. Die Projektleiter*innen und Studierenden stellten Ihre Ergebnisse und Konzepte Vertreter*innen der Gemeinde vor. Viele durch Forschung belegte praktische Beispiele aus dem Gemeindealltag zeigen die Notwendigkeit einer integrierten Gesundheitsversorgung. Bürgermeister Johann Mayer unterstricht die Wichtigkeit der durchgeführten Bürger*inneneinbindung, die dank der Unterstützung des Gemeinderates und Bürgervertreter hervorragend gelang. Diese Form der Partizipation stellte eine tragende Säule für die Gesamtzeit des Projektes dar. Sie hat Modellcharakter für ähnliche Projekte in Österreich. Die Diskussion zeigte positive Rückmeldungen auf den Innovationscharakter der Konzepte. GGR Markus Bauer hob  die Pionieerarbeit und die wissenschaftliche Begleitung durch die Sozialarbeiter*Innen der Fachhochschule St. Pölten vor.

 

Es ist der Projektgruppe ein besonderes Anliegen, Markus Wald, dem Initiator der Kooperation, Bgm. Mayer und Markus Bauer und den Mitglieder*innen des Gemeinderates, des Bürger*innenrates, des Bürger*innencafés, aber auch sämtlichen Orthern, die aktiv zum Gelingen des Projektes beigetragen haben herzlichsten Dank auszusprechen.

Weitere Informationen zum FH Projekt finden Sie unter fhstp.ac.at

 

Internationaler Rettungsdienstbewerb mit Fallbeispiel der Projektgruppe GeSo Orth

Internationaler Rettungsdienstbewerb mit Fallbeispiel der Projektgruppe GeSo Orth

Beim Rettungsdienst-Simulationsbewerb im Altvatergebirge (Tschechien) musste ein Fall der Projektgruppe „GeSo Orth“ bewältigt werden: Ein dreizehnjähriger Junge hatte aus Überforderung die Rettung  für seinen Großvater gerufen. Er verweigerte seit einem Tag Essen und Trinken. Die Eltern, seine langjährigen pflegenden Angehörige waren auf Kurzurlaub gefahren und nicht erreichbar.
Insgesamt 29 Teams aus 14 Nationen waren im internationalen Teil des Bewerbs. 30 Teams nahmen im tschechisch/slowakischen Notarzt bzw. Notfallsanitäterbewerb teil. Punkte stärkstes Team war ein Paramedicteam (=Notfallsanitäter mit besonderer Ausbildung) vom staatlichen Rettungsdienst British Columbia (Kanada). Gefordert waren neben der korrekten medizinischen Untersuchung die Suche nach einer kurzfristigen Betreuungsstrategie für den Senior und seinen Enkel. Als Bewerter der internationalen Station war  FH-Prof. Dr.PhDr. Christoph Redelsteiner, selbst Sozialarbeiter und Notfallsanitäter zusammen mit Erwin Feichtelbauer (Notfallsanitäter Berufsrettung Wien) und  Dr. Patrik Lausch vom staatlich ungarischem Rettungsdienst im Einsatz.

www.rallye-rejviz.com

 

Sozialraumbegehung in Orth

Sozialraumbegehung in Orth

Am 9. Dezember 2016 begaben wir, das heißt die Forschungsgruppe der FH St. Pölten, uns das erste Mal nach Orth an der Donau. Um uns einen ersten Überblick zu verschaffen, wo wir denn nun eigentlich gelandet sind, führten wir eine strukturierte Sozialraumbegehung durch.

Kurzer Hand wurde Orth in drei Begehungszonen eingeteilt und bewaffnet mit Ortsplan, Kamera und Notizblock begaben wir uns in Kleingruppen auf Erkundungstour. Hierbei nahmen wir den öffentliche Raum genau in Augenschein und versuchten die Atmosphäre vor Ort aufzunehmen. Wir beobachteten wie viele Menschen unterwegs sind und versuchten uns ein Bild der vorhandenen Infrastruktur zu machen. Im Anschluss erfolgte ein spannender und lustiger Austausch innerhalb der Forschungsgruppe und eine Verschriftlichung der Ergebnisse mit einem Fotoprotokoll.

 

ExpertInneninterviews

ExpertInneninterviews

In den Monaten April und Mai staunten viele Ortherinnen und Orther nicht schlecht, als sie von uns kontaktiert wurden um ein Interview zu geben. Bei den InterviewpartnerInnen handelte es sich um VertreterInnen von Einrichtungen, Vereinen und Organisationen in Orth, die eine wichtige Rolle im Gesundheits- und Sozialbereich spielen. Beispielsweise wurden Gespräche mit VertreterInnen der Johanniter, der Bildungseinrichtungen, dem Psychosozialen Dienst, verschiedenen Vereinen usw. geführt. Hierbei erhofften wir uns mehr Auskunft über die Bedarfe in der Gemeinde und einen Einblick in die bereits vorhandene Infrastruktur von ExpertInnen vor Ort zu bekommen. Die InterviewerInnen orientierten sich dabei an einem strukturierten Leitfaden. Nachfolgend einige Fragen aus dem Interview:

 

Was funktioniert in der Gemeinde Orth ihrer Meinung besonders gut und wo gibt es Verbesserungsbedarf?

 

Welche Bevölkerungsgruppe hat es in Orth ihrer Meinung nach besonders schwer?

 

Stellen Sie sich vor, die Gemeinde Orth würde über ein bodenloses Budget verfügen, Sie bekämen die Projektleitung übertragen und könnten ein „Gemeindezentrum“ ganz nach Ihren Vorstellungen errichten lassen. Wie würde das aussehen? Was dürfte auf keinen Fall fehlen? Wo würden Sie es errichten?

 

Die Interviewgespräche wurden aufgezeichnet und im Anschluss wissenschaftlich ausgewertet.

 

Selbstverständlich berufen wir uns nicht nur auf die Meinung ausgewählter VertreterInnen, sondern werden im Laufe der nächsten Monate auch noch die Bevölkerung der Gemeinde Orth aktiv in den Forschungsprozess einbinden. Nähere Informationen dazu folgen!

Warum ein Blog?

Viele nutzen das Internet, um sich zu informieren. Ein Blog, um uns vorzustellen und über unser Forschungsprojekt zu berichten liegt daher auf der Hand. So können wir jederzeit aktuelle Informationen, Fotos und Grafiken bereitstellen. Außerdem können wir uns unkompliziert mit Interessierten austauschen und Anregungen für unser Projekt erhalten.

Betreut und regelmäßig befüllt wird unser Blog von Michaela und Christoph und den Studierenden.

 

Projektplan

Projektplan

Wie bereits beschrieben, erforscht unser Projektteam Möglichkeiten die gesundheitliche Versorgung in Orth nachhaltig und personenunabhängig sicherzustellen.
In unserem Projektplan sind die wichtigsten Schritte verankert und in zeitliche Dimensionen gegliedert.
Bisher haben wir uns von Oktober ´16 bis Mai ´17 mit der Erstellung des Projektplans und der Anpassung des Projektdesigns beschäftigt.
Gleichzeitig werden seit Dezember ´16 bis September ´17 Expert*inneninterviews geführt und bereits vorhandene Gesundheits- und Gemeinwesenzentren in Finnland, Uk, Salzburg, Graz und Statlegg besichtigt.
Ab September ´17 möchten wir uns gerne an die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Bürgerbeteiligungsverfahren (Bürger*innenräte, Bürger*innencafe) wenden.
Bis Dezember 2017 planen wir derzeit eine erste Fassung des Handbuchs mit Projektkonzeptvarianten zu erarbeiten, welches dann in seiner Endform im Mai 2018 vor Ort präsentiert werden soll.
Eine Abstimmung mit dem vom Gemeinderat beauftragten Arbeitskreis findet laufend, projektbegleitend statt.

 

Projektziele

Projektziele GeSO

Im Zeitraum von Oktober 2016 bis Juni 2018 erforscht unser Projektteam Möglichkeiten die gesundheitliche Versorgung in Orth nachhaltig und personenunabhängig sicherzustellen. Es gilt ein innovatives, zukunftsweisendes Konzept mit Vorbildwirkung zu entwickeln und die entstandenen Ergebnisse danach zu publizieren. Ein Fokus liegt darauf vorhandene Ressourcen im Gemeinwesen und der Bürger*innen zu erkennen, diese zu stärken und zu verknüpfen (z.B. ehrenamtliches Engagement, Vereine, Sozial- und Gesundheitsdienstleister*innen…). Bestehende  Versorgungslücken werden eruiert und bearbeitet. Bei der Entwicklung eines Konzepts für ein Gemeinwesenzentrum mit sozialen, kommunalen und medizinischen Komponenten gilt ein besonderes Augenmerk auf eine interdisziplinäre Ausrichtung im Sinne eines ganzheitlichen Gesundheitsbegriffes. Die Konzepterstellung betrachtet alle gesellschaftlichen Schichten und die Orther*innen und andere relevante Akteur*innen werden in die Planung und Umsetzung des Konzepts eingebunden. Benachbarte Gemeinden und die Entwicklung der Region werden mit bedacht.

Ziel ist das Bürger*innen mit Hilfebedarf passende Angebote vorfinden und derzeit überbeanspruchte Hilfesysteme entlastet werden. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung in und um Orth werden Überlegungen zum Einsatz moderner Kommunikationsmedien wie Telemedizin miteinbezogen.

Als Forschungsprodukte sind dieser begleitende Blog, eine Projektabschlusspräsentation in Orth im Mai 2018, eine Ist-Analyse und Konzeptvorschläge für ein Gemeinwesenzentrum in Orth an der Donau und ein allgemeines Handbuch für den deutschsprachigen Raum zur Implementierung eines Gemeinwesenzentrums in einer ruralen Gemeinde angedacht.

 

Projekthintergrund

Die Alterung der Bevölkerung und ihre Folgen

Die Menschen werden immer älter. Das hat auch mit der guten medizinischen Versorgung zu tun. Krankheiten, die man in früheren Zeiten oft nicht überlebt hat, können heute häufig gut behandelt werden. Trotz dieser Verbesserungen, benötigen Menschen im höheren Alter Hilfe und Unterstützung. Denn nicht immer ist man bis zum letzten Tag rüstig und fit. Früher wurde diese Hilfe und Unterstützung vielfach von den Frauen in der Familie geleistet. Heute sind viele Frauen berufstätig. Es braucht daher andere Formen der Hilfe und Unterstützung, die älteren Personen die Möglichkeit geben, ihr Leben nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten.

Zu wenige Ärzt*innen auf dem Land

In ländlichen Regionen ist es oftmals schwierig eine Nachfolge zu finden, wenn die Hausärztin oder der Hausarzt in Pension geht. Auf dem Land gibt es weniger Fachärzt*innen und andere medizinische Fachkräfte, wie z.B. für Ernährungsberatung oder Physiotherapie. Die Patient*innen haben gar nicht die Möglichkeit auszuweichen. Dadurch behandeln die Hausärzte und Hausärztinnen ein breiteres Feld an Themen als dies in der Stadt der Fall ist. Die Wege sind oft lang und Hausbesuche benötigen dadurch mehr Zeit. Dies führt dazu, dass die Arbeit herausfordernder und unvorhersehbarer ist. Für viele Jungärzt*innen ist dies wenig attraktiv und so bleiben etliche Praxen auf dem Land leer.

Hilfe, die passt

Viele Hilfe Suchende auf dem Land wenden sich an ihre Hausärzte oder in der Nacht an die Rettungskräfte. Nicht immer sind diese die richtigen Ansprechpersonen, jedoch die einzigen, die man erreichen kann. Sinnvoll wäre es daher die passende Hilfe zur richtigen Zeit am notwendigen Ort zugänglich zu machen.