Gesundheitsförderung

Grundsätzlich unterscheidet man bei Interventionen in die Gesundheitsentwicklung der Bevölkerung zwei eng miteinander verbundene Strategien (Hurrelmann / Laaser / Richter 2016: 661f). Die Anfänge von Gesundheitsförderung finden sich bereits im 19.Jahrhundert. Sie entstanden in Verbindung mit Sozialmedizin und ersten Public Health Ansätzen in Folge von Krankheitsepidemien in den Industriestädten. Diese drängten zu gesundheitlicher Aufklärung und sanitären Reformen zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten. Sämtliche Maßnahmen zur Verbesserung der Volksgesundheit bezogen sich damals auf die Vermeidung von Krankheiten und die Verringerung ihrer Ausbreitung. (vgl. Naidoo / Wills 2010: 79); Hurrelmann et al. 2016). Man spricht dabei von „Krankheitsprävention“ oder kurz gesagt „Prävention“ (Hurrelmann / Klotsch / Haisch 2010: 13). Der Begriff der Gesundheitsförderung entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von Veränderungen in Morbiditäts- und Mortalitätsraten durch chronische Erkrankungen, wurde die Aufmerksamkeit von Krankheiten auf die Lebens- und Verhaltensweisen der Bevölkerung gelenkt. Im Zuge der WHO Konferenz in Ottawa 1986 wurde bei der Diskussion um die Umsetzung des Gesundheitsbegriffes das Konzept „Gesundheitsförderung“ etabliert. (vgl. Naidoo / Wills 2010: 93f; Hurrelmann et al. 2010). Durch die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen sollen Menschen eine „[…] Stärkung der gesundheitlichen Entfaltungsmöglichkeiten erfahren […]“ (Hurrelmann et al. 2010: 13).

 

 

Quellen:

Naidoo, Jennie / Wills, Jane (2010): Lehrbuch der Gesundheitsförderung. Überarbeitete, aktualisierte und durch Beiträge zum Entwicklungsstand in Deutschland erweiterte Neuauflage. 2.Auflage der deutschen Ausgabe, Köln, Gamburg: Verlag für Gesundheitsförderung.

Hurrelmann, Klaus / Klotz, Theodor / Haisch, Jochen (Hrg.) (2010): Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Bern: Verlag Hans Huber.

Hurrelmann, Klaus / Laaser, Ulrich / Richter, Matthias (2016): Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention. In: Hurrelmann, Klaus / Razum, Oliver (Hrg.): Handbuch Gesundheitswissenschaften. 6., durchgesehene Auflage, Weinheim und Basel: Beltz Juventa.

 

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